Starke Rückenschmerzen seit Beginn des Fastens

Susanne

Neues Mitglied
Hallo.
Ich faste derzeit zum zweiten Mal (Buchinger) und freue mich, dass ich heute an Tag 5 angekommen bin ohne Schwierigkeiten mit dem Kreislauf. Auch kann ich schon wieder für meine Lieben kochen, ohne das es mir etwas ausmacht. Ich habe Energie ohne Ende.
Leider habe ich aber auch seit dem Beginn des Fastens mit starken Rückenschmerzen zu kämpfen. Sie beginnen in der LWS und wandern auch komplett an den Beinen herunter. Ich kann mich bewegen, Sport treiben, Wandern, etc. ohne Probleme, aber wenn ich Ruhen mag, im Sitz, im Liegen, wie auch immer bekomme ich sofort so starke Schmerzen, dass ich die Position verlassen muss. Ich weiß von der Azidose und davon, dass meine Nieren sicherlich viel zu tun haben, aber ich hatte damit gerechnet, dass nach dem dritten Tag dann auch mal Schluss ist damit.
Mein Hausarzt hatte leider keinen Rat für mich, aber bevor ich mit dem Fasten breche (unglückseliger Weise) suche ich hier noch Rat.
Liebe Grüße Susanne
 

Sandra Exl

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Hallo Susanne,
es ist nicht ungewöhnlich, dass Fastende über leichte bis oft sehr starke Rückenschmerzen klagen. Bei den meisten vergehen diese allerdings nach ein paar Tagen, üblicherweise bis zum vierten Tag. Als Erklärung für die Rückenschmerzen dient häufig, dass wir beim Fasten stark entwässern und dies Auswirkungen auf die Bandscheiben hat. Aber einen richtigen wissenschaftlichen Beleg gibt es dafür nicht.
Was man aber machen kann, um die Schmerzen zu lindern, ist, viel zu trinken, Bewegung und warme Auflagen, also z.B. eine Wärmeflasche auf die schmerzende Region legen, oder einen Wickel machen. Ansonsten kann ich dir zum Trost nur sagen, dass meiner Erfahrung nach die Rückenschmerzen nach einer gewissen Zeit wieder vergehen. Dass sie am 5. Tag noch da sind ist freilich etwas frustrierend, aber solche Dinge sind halt auch sehr individuell. Und auch bei ein und der selben Person, kann es von Fastenkur zu Fastenkur stark variieren.
Also vielleicht versuchst du es mal mit Wärmeauflagen. Dass du genug trinkst, davon gehe ich aus und du schreibst ja auch, dass du dich bewegst und das auch gut funktioniert, was übrigens typisch ist für den Fastenrückenschmerz.
Ich wünsche dir alles Gute und drücke dir die Daumen, dass du diese unangenehme Fastennebenwirkung bald überstanden hast.
Herzlichst,
Sandra
 

Susanne

Neues Mitglied
Vielen Dank für die Rückmeldung.
Ich denke ich werde wohl dieses Mal wieder nach 5 Tagen abbrechen. Alle beschriebenen Möglichkeiten habe ich probiert, sogar eine kalte Prießnitz Auflage. Immer noch im besten Wissen, dass es nichts mit dem Fasten an sich nichts zu tun hat. Das Grundproblem ist wohl, dass es eh meine Schwachstelle ist. Für das Frühjahr werde ich mich im Vorfeld besser vorbereiten, also mehr Sport treiben um meine Körpermitte zu trainieren. Und einen Tip bekam ich noch, dass man evtl. mit einem Labor sehen kann, welche Elektrolyte fehlen oder zu viel da sind. Das werde ich in einem Gespräch vor Beginn der nächsten Fastenkur abklären lassen :)
Es war mir mal wieder eine Freude mit Deiner Hilfe meine Grenzen neu auszuloten.
 

Sandra Exl

Administrator
Teammitglied
Liebe Susanne,
ja, es gibt wohl sehr viele mögliche Ursachen für Rückenschmerzen. Meistens hat man ohnehin selbst einen Verdacht, wo man ansetzen könnte. Ich hatte vor Jahren mal immer wiederkehrende Rückenschmerzen, da konnte mir eine Physiotherapeutin sehr helfen, die mir meine Schwachstellen erklärt hat und worauf ich achten muss. Seit dem geht es meinem Rücken ausgezeichnet:)
Beim Fasten kommt es oft vor, dass sich bestimmte Problematiken verstärkt offenbaren - körperlich wie seelisch. Das darf man als wertvolles Hinweisschild betrachten;)
Ich wünsche dir von Herzen alles Gute und freue mich natürlich, wenn ich spätestens bei deiner nächsten Fastenkur wieder von dir höre:)
Ganz liebe Grüße,
Sandra
 

Susanne

Neues Mitglied
Hallo Sandra.

Ich melde mich zurück mit neuen Erkenntnissen. Heute befinde ich mich im 5 Fastentag und ich fühle mich ausgezeichnet. Ich möchte berichten, wie es mir dieses Mal ergangen ist, da ich selbst leider kaum Anmerkungen von anderen finde, denen es schlecht geht. Vielleicht hilft es ja irgendjemandem, wenn ich das hier festhalte.
Dieses Mal war die Idee zu fasten recht kurzentschlossen, aber für einen Entlastungstag hat es gereicht. Am ersten Fastentag war ich zwar irgendwie verlangsamt, aber alles lief gut an. Gleich am Abend stellte sich mein erster Entzug ein: Kaffee. Durch den plötzlichen Start hatte ich nicht genug den Kaffeekonsum reduziert und bekam die Quittung mit starkem Kopfweh, zur Migräne, bis hin zum übergeben. Dieser Tag war dann leider dahin!
Am zweiten Tag ging es mir dann schon richtig gut und Hungergefühl hatte ich gar nicht. Bei den Essenszeiten habe ich mich vor meiner speisenden Familie versteckt und war viel Spazieren.
Am Nachmittag machte mir das gleiche Problem zu schaffen wie schon im Herbst. Die Rückenschmerzen setzten ein. Es war leidig. Jedes Mal, wenn ich mich hinlegen wollte wurde ich von quälenden Schmerzen wieder in die sitzende Position gezwungen und das leider auch die ganze Nacht durch. Wärme, Auflagen, Wechselduschen... Nichts konnte die Situation verbessern. Leider musste ich am Ende doch eine Schmerztablette nehmen, um am Ende doch noch vier Stunden Schlaf zu bekommen.
Am darauffolgenden Tag (die Hochgefühle, die Wachheit, die Motivation. alles schon voll da) konnte ich einen wunderschönen Tag im Garten mit leichter Gartenarbeit. Brühe, Tee und viel Wasser verbringen. Am Abend folgten leider wieder die schrecklichen Schmerzen. Ich musste immer in Bewegung bleiben, damit ich keine Schmerzen hatte, auch Nachts!
Schon im Herbst hatte ich Ärzte und Apotheken abgeklappert um Hilfe zu finden und dieses Mal war ich sogar beim Endokrinologen einen Tag vor dem Fasten um sicher zu stellen, dass das Fasten zu mir passt, aber keiner hatte einen Rat.
Eine Apothekerin meinte ich solle doch eine Kartoffel essen um die Azidose zu unterbrechen (leider ohne Erfolg). Dann dachte ich, wenn die Nerven so schmerzen, vielleicht brauche ich Bullrichs Vitalsalz und mehr Basenbäder... Aber es wurde nicht besser.
Am vierten Fastentag habe ich morgens einen Kaffee getrunken. Ich dachte, es ist meine letzte Möglichkeit, bevor ich das Fasten abbreche. Meine Theorie: Vielleicht leide ich immer noch unter dem Entzug von Kaffee?
Und tatsächlich: Nach diesem Kaffee stellten sich die Schmerzen vollständig ein, unfassbar. Ich habe an diesem Tag normal gearbeitet, war wach, aktiv und glücklich. Zum Abend begannen die Schmerzen wieder, als ob die Wirkung des Kaffees nachgelassen hätte. also trank ich noch eine zweite Tasse, und siehe da: Ich habe die Nacht bis 04:30 Uhr schmerzfrei verbracht!
Ich weiß, dass ich den Körper ja entgiften soll und auch auf Kaffee verzichten muss, Aber wenn ich statt Schmerzmitteln mit Kaffee ohne Schmerzen durch den Tag komme, muss ich das wohl erst mal in Kauf nehmen.
Nun aber eine Frage nach diesem Roman:
Macht es denn Sinn zu fasten, wenn ich eben nur so zurecht komme?

Ich freue mich auf eine Antwort (egal wie lang oder kurz) :)
Viele Grüße Susanne
 

Sandra Exl

Administrator
Teammitglied
Hallo liebe Susanne!

Zunächst mal danke, dass du hier deine Erfahrungen mitteilst. Genau das ist der Sinn dieses Forums :)(y)
Obwohl ich schon seit über 20 Jahren selbst faste und mit vielen Gruppen gefastet habe, ist mir der Zusammenhang zwischen Rückenschmerzen und Kaffee noch nicht bewusst untergekommen. Ich finde das höchst interessant!
Da Rückenschmerzen auch bei Menschen auftreten, die vor dem Fasten keinen Kaffee getrunken haben, muss es nicht unweigerlich am Kaffeeentzug liegen, zumal der nach 5 Tagen schon durch ist. Aber offensichtlich macht der Kaffee etwas, das die Schmerzen beseitigt. Es wäre so spannend, da dahinter zu kommen. Ich werde da mal recherchieren.

Wenn du mich fragst, ob das Fasten Sinn macht, wenn man 1-2 Tassen Kaffee am Tag trinkt, bekommst du ein klares JA von mir. Der Zellreinigungsprozess, die sogenannte Autophagie, ist einer der wesentlichen Prozesse beim Fasten, der für die gesundheitsfördernde Wirkung des Nahrungsentzugs verantwortlich ist. Dieser Prozess wird von Kaffee (auch von koffeinfreiem) sogar noch angekurbelt. Ich habe hier darüber geschrieben.
Dass man Kaffee beim Fasten trotzdem eher weglässt, stammt vor allem aus früheren Ansichten, dass Kaffee tendenziell ungesund sei. Dies wurde inzwischen durch etliche Studien revidiert. Dennoch ist es halt eine Fastentradition, den Kaffee beim Heilfasten wegzulassen - wissenschaftlichen Grund gibt es dafür ehrlichgesagt keinen. Man könnte mit den Röststoffen argumentieren, die den Magen reizen könnten, vor allem, wenn er leer ist. Dann sollte man ihn tatsächlich meiden oder reizarme, magenschonende Kaffeesorten ausprobieren. Ein Schuss Pflanzenmilch macht ihn meist auch besser verträglich für den Magen. Das psychoaktive Koffein zwischendurch mal wegzulassen, wäre vielleicht auch ein Gedanke, allerdings weiß man auch nicht wirklich, ob das irgendwelche Vorteile hat.
Kurz zusammengefasst: Ich mache kein Dogma daraus, ob man beim Fasten etwas Kaffee trinken darf oder nicht. Gegen Schmerzen eingesetzt ist er doch offensichtlich ein wunderbares Mittel - aus meiner Sicht viel besser als Schmerztabletten. Mich würde noch interessieren, ob die Wirkung gegen Rückenschmerzen auch mit koffeinfreiem Kaffee eintritt. Hast du das schon mal probiert?

Soweit meine Gedanken dazu :)

Danke nochmal für deine wertvollen Zeilen und alles Gute dir,
Sandra
 
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