Fasten und seelische Gesundheit

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lasslosleo

Neues Mitglied
Hallo liebe Sandra,

ich bin echt froh, dass ich auf deine Videos gestoßen bin!
Tatsächlich faste ich inzwischen zum 3.Mal. Ich hatte das schon super lange im Kopf, aber wusste genau, dass mein Umfeld nicht so positiv darauf reagieren wird. Glücklicherweise wollte eine Freundin von mir auch Fasten und dann haben wir uns vor 1 1/2 Jahren dazu entschieden zusammen zu fasten.
Letztes Jahr zu Jahresbeginn habe ich dann alleine eine 7-tägige Fastenkur gemacht und jetzt bin ich gerade bei meinem 5.Fastentag und habe dafür begleitend eurer Webinar gebucht.
Bei meinen beiden ersten Fastenkuren habe ich täglich ein kurzes Video aufgenommen, um zu berichten, wie es mir geht, was ich so wahrnehme und welche Tipps ich mir selbst gebe. Das hat schon als tägliches Ritual zum Fasten dazugehört.
Leider ging mein Handy im letzten Jahr kaputt und ich habe die ganzen Videos nicht mehr…
Naja ich habe versucht das Ganze positiv zu sehen und dieses Mal einfach wieder ganz neue Erfahrungen zu machen.
Außerdem habe ich ja die Begleitung durch euer Webinar.
So viel zur Einleitung und jetzt zur eigentlichen Sache:)
Ich habe mich ganz bewusst entschlossen dieses Jahr wieder mit dem Fasten zu beginnen, um runterzukommen, in mich zu gehen und Kraft und Energie für die bevorstehenden Dinge zu tanken.
Aktuell beende ich noch eine größere Arbeit, um dann mit der Masterarbeit zu starten, die ich eigentlich schon längst beginnen wollte… Normalerweise habe ich in meinen Fastenkuren meinen Alltag mehr oder weniger weitergeführt und einfach bewusst Ruhephasen eingebaut. Dieses Mal ist diese Zeit geprägt von ganz viel Schlaf, ganz viel Ruhe, ganz vielen Gedankenkarussellen und wenig Alltag und Bewegung. Ich habe mir vorgenommen weiter an meiner Arbeit zu schreiben und mit meinen Dingen voranzukommen, aber möchte gleichzeitig die Fastenkur damit nicht „kaputt“ machen.
Dadurch, dass ich die Zeiten selbst einteilen kann und keine Termine habe, kann ich das natürlich aufschieben.
Gleichzeitig merke ich wie mein seelischer Zustand gerade echt im Ungleichgewicht ist.
Während den Leberwickeln habe ich immer eine Meditation angemacht und danach versucht zu schlafen, aber stattdessen kamen alle möglichen Gedanken hoch…
Schaffe ich es die Masterarbeit zu schreiben? Dafür muss ich meinen Fokus darauf setzen und das, obwohl ich gerade so viele andere Dinge im Kopf habe und angehen möchte…
Will ich das Studium überhaupt beenden? Will ich überhaupt Lehrerin werden? Wie geht es weiter?
Ich habe eigentlich nach Abgabe der Masterarbeit einen Auslandsaufenthalt geplant, um in einem Hotel als Fitnesstrainerin zu arbeiten. Für mich war immer klar, dass ich das nach dem Master machen möchte und jetzt überfordern mich die nächsten Wochen und Monate, wenn ich daran denke, was so alles ansteht.
Ich hatte 2018 schon einen Auslandsaufenthalt dieser Art und wollte mich danach in dem Bereich Fitness weiterbilden.
Stattdessen habe ich mich mit meinem Studium rumgeschlagen, was coronabedingt auch nicht so einfach war.
Ja mein gestriger Tag war iwie von Selbstvorwürfen und Enttäuschung geprägt…Ich bin quasi meine letzten Jahre nochmal im Kopf durchgegangen und habe alles mögliche hinterfragt und mich über Entscheidungen geärgert, die ich getroffen habe und nicht verstehen kann wieso oder mir wünschen würde, dass ich mich anders entschieden hätte oder manches anders gelaufen wäre…
Wow der Beitrag wurde länger als gedacht.
Ich musste das jetzt einfach von meiner Seele schreiben und es ist für mich auch eine neue Erfahrung, dass ich das Fasten auf einmal so wahrnehme und nicht diese Euphorie oder Begeisterung verspüre!
Vielleicht liegt es einfach generell daran, dass mir für die Aufgaben in meinem Leben gerade die Energie fehlt…
Trotzdem bin ich mir sicher, dass ich von den körperlichen Auswirkungen aufs Fasten noch länger profitieren werde und es richtig war/ist so in das Jahr zu starten!

Danke euch auf jeden Fall für eure Begleitung, die vielen Informationen und eure aufbauenden Worte!

Liebe Grüße
Leonie
 
Sandra Exl

Sandra Exl

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Teammitglied
Liebe Leonie,

schön, dass du mit deiner Freundin vor einiger Zeit das Fasten entdeckt hast. Es kann einem so viel Gutes bescheren. Freilich sind auch mal Fastenkuren darunter, in denen nicht alles so easy cheesy über die Bühne geht. Das kommt vor, wenn man z.B. gerade etwas Unordnung in Form von nicht getroffenen Entscheidungen im Leben hat. Der Prozess des Fastens kann solche Situationen noch deutlicher spürbar machen. Anstehende oder überfällige Entscheidungen melden sich verstärkt durch vehemente Gedanken. Das ist zumindest die erste Phase und wenn das passiert, darf man das als Hinweisschild auf die brisanten Fragen betrachten. Fragen, mit denen man sich auseinandersetzen sollte. Zum Beispiel kann es darum gehen, Prioritäten zu erkennen. Was möchte ich wirklich? Womit möchte ich meine Zeit verbringen?
In der zweiten Phase macht man sich den Effekt des Fastens zunutze, der für gewöhnlich die Innenschau erleichtert. Das heißt, während des Fastens fällt es einem in der Regel leichter, klar auf die eigene Lebenssituation zu blicken und sich solche Fragen zu beantworten. Ich persönlich habe einige meiner wichtigsten Entscheidungen im Leben während des Fastens getroffen.

Ja, das Fasten kann ein machtvolles Hilfsmittel sein, um Ordnung in sein Leben zu bringen. Und Ordnung hält Einzug, wenn Entscheidungen aus der Stille und Klarheit heraus getroffen werden :)

Ich wünsche dir alles Gute bei all dem, was ansteht und schicke dir liebe Grüße aus Kärnten,
Sandra
 
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