Autophagie - Fragen und Antworten

Anonymer Benutzer

Administrator
Hallo Sandra,

es geht um diesen Beitrag:

Autophagie - Entschlackung der Zellen

ein Biochemiker erklärte dass Methionin in zb. Milch die Autophagie hemmt.
Hingegen Soja die Autophagie anregt.
In einer Aminnosäuren Tabelle war folgendes zu lesen:
100ml Vollmilch 90mg Methionin..
100g Sojabohnen 580mg Methionin..
Kannst du darüber etwas sagen?
 

Sandra Exl

Administrator
Teammitglied
Hallo,
Sojamilch enthält nur sehr geringe Mengen an Methionin. Ihre Methioninangabe bezieht sich auf die Sojabohnen. Sojamilch enthält im Schnitt 7 % Sojabohnen, somit enthält Sojamilch viel weniger Methionin als Kuhmilch. Zudem kommt, dass in Soja Stoffe enthalten sind, die die Autophagie ankurbeln (sek. Pflanzenstoffe, Spermidin) und somit der hemmenden Wirkung von geringen Methionin-Mengen entgegenwirken.
Ich hoffe, ich konnte Ihnen ein wenig weiterhelfen.
Liebe Grüße,
Sandra Exl
 

Anonymer Benutzer

Administrator
Liebe Sandra,

vielen Dank für deine Arbeit, mit Interesse verfolge ich immer gerne deine Mails mit wertvollen Informationen zum Fasten. Ich hab eine mittlere Neurodermitistendenz. Und nach div. Anfällen in früherer Zeit hab ich mich schon vor ca. 30 Jahren auf das Fasten verlegt, 2 Mal jährlich, und bekomme damit meine Neurodermitis sehr gut in den Griff.

Seit einiger Zeit wird über die Autophagie gesprochen, zuerst hab ich bei dir drüber gelesen. Und dazu hätte ich jetzt mal ein paar Fragen:

- es heißt, und auch du schreibst das, dass Kaffee die Autophagie nicht unterbricht, solange keine tierische Milch reinkommt. Kuhmilch nehme ich schon seit meiner Jugendzeit keine zu mir, weil ich sie nicht vertrage. Aber wie steht es mit einer geringen Süßung? Ich nehme keinen Zucker. Aber ich süße mir den Kaffee gerne mit ein klein wenig Agavendicksaft. Meinst du, das stört das Fasten/die Autophagie?

- in einem seiner ersten Fastenbücher empfiehlt Rüdiger Dahlke täglich ein kleines Löffelchen Honig - wenn ich mich richtig erinnere, damit der Harnsäurespiegel nicht zu sehr ansteigt. Wie passt das zur Autophagie? Stört der Honig die Autophagie? Dazu auch meine erste Frage zum Agavendicksaft.

- tja, und ein kleiner Kaffeesüchtling bin ich schon. Was meinst, wie steht es jetzt bei meinem 3-wöchigen Fasten, das ich zur Zeit mache. Meinst du, auch dabei kann ich mir etwas Kaffee zugestehen? Oder würdest strikt davon abraten?

Bin gespannt auf deine Antworten!
Viele Grüße

FW
 

Sandra Exl

Administrator
Teammitglied
Hallo FW,

ich freue mich, dass du unsere Beiträge mit Interesse liest ?

Zu deinen Fragen: Nach all dem, was ich über Autophagie recherchiert habe, kann ich Folgendes sagen:

Kaffee fördert die Autophagie, auch wenn man geringe Mengen Kalorien zu sich nimmt. Allerdings scheint es schon drauf anzukommen, dass diese aus pflanzlichen Quellen stammen. Respektive überlagern tierische Proteine den autophagiefördernden Effekt des Kaffees. Pflanzliche Milch oder etwas Agavendicksaft scheinen dem Prozess hingegen nicht im Wege zu stehen.

Geringe Mengen Honig sind seit jeher beim klassischen Heilfasten (nach Buchinger) erlaubt bzw. werden sogar mancherorts empfohlen, wie bei Dahlke. Ich persönlich gönne mir beim Fasten gerne zwischendurch einen Teelöffel Honig. So geringe Mengen an Kalorien stehen der Autophagie wohl nicht im Wege. Das zeigt auch die Forschung zum Scheinfasten, bei dem ja tolle Effekte erzielt werden, obwohl gegessen wird.

Kaffee ist eine Substanz, die unter Gesundheitsbewussten sehr polarisiert. Ich habe mich gründlich damit beschäftigt, weil ich ihn halt auch so sehr liebe. Die Forschung scheint da klar auf unserer Seite zu sein. Also wenn man keine Magenprobleme hat, ist er wohl eine sehr gesunde Sache (Bio und Fairtrade). Ich selbst verzichte beim Fasten weitgehend auf Kaffee, gönne mir aber dennoch manchmal eine Tasse, wenn ich Lust darauf habe. Mein Magen verträgt ihn auch beim Fasten gut. Von den Reinigungsprozessen her glaube ich nicht, dass eine Tasse Kaffee irgendwie Nachteile bringt, ganz im Gegenteil. Aber beim Fasten ist halt auch die Idee, Dinge, die man täglich zu sich nimmt, auch mal wegzulassen und dem Körper eine Pause zu gönnen. Ich mache aber kein Dogma daraus.

Hier findest du noch unsere Fachartikel zum Thema:
Ich wünsche dir eine schöne Fastenkur und schicke liebe Grüße aus Kärnten,

Sandra
 

Anonymer Benutzer

Administrator
Liebe Sandra,

vielen Dank, für deine ausführlichen Antworten. Das deckt sich in etwa so mit meinen persönlichen Erfahrungen, da ist eine kompetente Bestätigung schön :)! Auch ich hab beim Kaffee keinerlei Magenprobleme, auch nicht beim Fasten :)))

Allerdings kommen mir gleich noch zwei kleine Fragen, und vielleicht darf ich dich nochmal belästigen.

- du betonst nochmal das tierische Eiweiß. Wie siehst du da Honig? (Meine Frau nimmt gerne mal Honig in den Tee.) Bei der Honigproduktion fügen ja die Bienen dem Blütensaft Enzyme zu. Ist diese Menge und Art von tierischem Eiweiß von Bedeutung?

- noch eine Frage zu Kanne Brottrunk, dem ja auch so allerlei zugeschrieben wird, u. a. ausgleichend für den Säure-Basen-Haushalt. Hast du Erfahrung damit? Und wie ist es damit beim Fasten? Stört er das Fasten? Bringt er überhaupt was? Empfehlenswert oder weglassen?

Danke schonmal und viele Grüße aus München
FW
 

Sandra Exl

Administrator
Teammitglied
Lieber FW,

die Frage mit den Aminosäuren im Honig habe ich mir auch schon gestellt. Die Studien, die ich kenne, beziehen sich immer auf Eiweiß aus Milch, Eiern, Fisch und Fleisch. Honig und seine Anteile an tierischem Eiweiß scheinen nicht relevant zu sein. Ich persönlich halte mich da an die Fastentradition, wo ja Honig in kleinen Mengen beim Heilfasten eingenommen werden kann. Beim Intervallfasten verzichte ich jedoch in den 16 Fastenstunden auf Kalorienzufuhr.

Brottrunk und andere fermentierte Getränke (ohne Zucker) können prinzipiell beim Fasten getrunken werden. Wie du wahrscheinlich schon gelesen hast, unterstützen sie die Darmreinigung und Entgiftung. Manche nehmen Brottrunk auch zur anfänglichen Darmentleerung statt des Abführmittels. Ich selbst habe auch schon einige Fastenkuren mit fermentierten Getränken begleitet.

Brottrunk an sich mag ich persönlich vom Geschmack her nicht so gerne, aber andere wiederum mögen ihn. Meine Meinung: er kann eine gute Begleitung beim Fasten sein, wenn man ihn mag und verträgt (bei empfindlichen Menschen kann es zu „Bauchschneiden“ kommen).

Lieben Gruß,

Sandra
 

Anonymer Benutzer

Administrator
Liebe Sandra,

Super Interview zum Thema Autophagie auf YouTube, vielen Dank! Ich beschäftige mich nun auch schon länger mit dem Thema Fasten und bin auf das Intervallfasten gestoßen. Ich habe dazu einen Artikel zum Thema Autophagie gelesen. Meine Frage: Kann ich durch diese Fastenmethode auch die gesundheitlichen Vorteile genießen und was genau hat es mit dieser Autophagie auf sich? Wird die durch das Fasten wirklich bestärkt? Danke schon mal, ich bin gespannt auf eure Antwort ?

Petra
 

Sandra Exl

Administrator
Teammitglied
Liebe Petra,
ich bin ein großer Fan des Kurzzeitfastens (Intervallfastens) und praktiziere es gemeinsam mit meinem Mann schon einige Jahre. Ich habe dazu einen Fachartikel zum Thema Intervallfasten geschrieben, der für dich interessant sein könnte.
Mit dem Prozess der Autophagie habe ich mich auch intensiv auseinandergesetzt und einen Artikel geschrieben, wo du vielleicht Antworten findest:
Ganz liebe Grüße,
Sandra
 

Sandra Exl

Administrator
Teammitglied
Hallo Roro!
Prinzipiell ist es das Essen, das die Autophagie unterbindet. Es gibt nur einige Ausnahmen, also pflanzliche Lebensmittel, die viel Spermidin enthalten, oder eben auch Kaffee, die diesen Prozess fördern. Tierische Lebensmittel, also z. B. Milch im Kaffee, hemmen die Autophagie.
LG, Sandra
 

Anonymer Benutzer

Administrator
Ich bekomme immer wieder zu hören das frische Zitrone im tee oder wasser die Autophagie hemmt, hier wird nun geschrieben das Citrusfrüchte sogar die Autophagie ankurbeln?? Soll ich weiterhin meinen Ingwertee ohne Zitrone oder doch mit Trinken?

Bibi
 

Sandra Exl

Administrator
Teammitglied
Hallo Bibi!
Zitrone ist während der Fastenphase erlaubt, solange du ca. 50 kcal nicht überschreitest. Das heißt also, du kannst bis zu einer halben Zitrone in deinen Tee pressen, ohne dass die Autophagie gehemmt wird. Zitrone und vor allem Grapefruit fördern sie sogar. Aber die Menge macht’s halt aus.
Liebe Grüße,
Sandra
 

Anonymer Benutzer

Administrator
Hallo!

Ich habe gelesen, dass man statt frühstücken einen sogenannten bulletproof coffee trinken darf – ohne die Autophagie zu stoppen! Was hältst du davon?

Judy
 

Sandra Exl

Administrator
Teammitglied
Hallo Judy!
Der Bulletproof Coffee, also Kaffee mit Butter und MCT-Öl, soll tatsächlich die Autophagie nicht behindern, so liest man das zumindest in den Texten, die diesen Kaffee befürworten. Gleichzeitig heißt es in vielen Autophagie-Artikeln, dass die Aufnahme von 50 kcal während der Fastenperiode nicht maßgeblich überschritten werden sollte. So ein Bulletproof Coffee hat aber über 200 kcal Minimum.

Mein Gefühl sagt mir, dass ich während meiner Fastenperiode von 16 Stunden so ein Fettgetränk nicht zu mir nehmen mag. Sehr wohl aber trinke ich vormittags 1-2 Tassen schwarzen Kaffee bzw. mit etwas Pflanzenmilch, wenn ich Lust habe. Es mag aber sein, dass der Bulletproof Coffee manchen Menschen durchaus gut tut. Du kannst ihn ja für dich mal ausprobieren und schauen, wie er dir bekommt. Ich mache im Zweifelsfall immer den Selbsttest, denn keine Studie der Welt kann genau meinen Organismus abbilden…

Ganz liebe Grüße,
Sandra
 

Anonymer Benutzer

Administrator
Hallo,

eine kurze Frage zum Thema intermittierendes Fasten und Autophagie. Ich ernähre mich schon seit längerer Zeit nach der 16/8 Methode, esse also am Abend die letzte Mahlzeit und dann erst wieder frühestens 16 Stunden später. Morgens trinke ich allerdings Ingwerwasser mit einer frisch gepressten Biozitrone. Wird dadurch die Autophagiephase vorzeitig unterbrochen? Eigentlich ist ja Ingwer und Zitrone sehr gesund, aber ich habe neulich gelesen, dass Zitronensaft Kalorien enthält und das wäre ja dann nicht im Sinne des intermittierenden Fastens oder?

Ich würde mich sehr über ein kurzes Feedback freuen.

Liebe Grüße

F
 

Sandra Exl

Administrator
Teammitglied
Hallo auch!

Meines Wissens ist es in Ordnung, Ingwerwasser mit Zitrone zu trinken, ohne dass die Autophagie gestoppt wird. Ich habe zu diesem Thema viel gelesen und es scheint so zu sein, dass eine geringe Kalorienmenge vor allem aus pflanzlichen Lebensmittel erlaubt ist. Gerade Ingwerwasser und Zitronensaft ist sogar ein beliebtes Getränk in der Autophagie-Zeit. Mehr als eine Zitrone würde ich dann allerdings nicht nehmen. Ich selbst mache auch 16/8 und gönne mir z. B. am Vormittag einen Schuss Sojamilch im Kaffee.

Liebe Grüße,

Sandra
 

Tine

Neues Mitglied
Hallo Sandra,
Sojamilch im ersten Kaffee habe ich auch versucht, aber die Milch flockt, sieht eklig aus. Hast du einen Tipp was man machen kann, damit das nicht passiert?
Viele Grüße
Tine
 

Sandra Exl

Administrator
Teammitglied
Hallo Tine,
ja das kenne ich. Die Sojamilch flockt aus, wenn der Kaffee sehr stark ist. Auch wenn man einfach zu wenig Sojamilch hineingibt, flockt sie. Also einerseits einen nicht zu starken Kaffee zubereiten und andererseits etwas mehr Sojamilch reingeben... das hilft.
Ganz liebe Grüße,
Sandra
 

Tobias

Neues Mitglied
Hallo liebes Lanaprinzip-Team, Hallo liebe Sandra,
Wie ich auf deine Seite gestoßen bin weiß ich gar nicht mehr aber ich bin sehr froh das dies passiert ist.
Mit großer Aufmerksamkeit habe ich mich bei dir in das Thema Heilfasten eingelesen und eingeschaut. Ich befinde mich im Moment im 5. (reinen) Fastentag meiner Fast (2 Tage Entlastung, 7 Tage reine Fast, 2 Tage Aufbau). Ich bin 37 Jahre alt und beschwerdefrei bzw. meines Wissens nach kerngesund. Die Heilfastenkur mache ich weil ich auf die Autophagie und Reinigung des Körpers gestoßen bin. Und in den Überflusszeiten in denen wir leben solche Kuren meiner Meinung sehr viel Sinn machen und die ganze Gleichung wieder ein wenig Richtung Natur/natürlicher rückt.
Ich möchte dir und deinem Team hier nicht nur für deine großartige Arbeit danken sondern habe auch eine Frage ;).
Die Autophagie ist so wie ich sie verstehe ein fortlaufender Prozess, der nie wirklich beendet ist?
Und gibt es eine theoretische ca. Angabe die man treffen kann wann oder ab wie vielen Tagen Autophagie der gesunde Körper "entmüllt" ist?
Für eine Antwort wäre ich sehr dankbar.

Gruß Tobias
 

Sandra Exl

Administrator
Teammitglied
Hallo lieber Tobias!

Vielen Dank für deine wertschätzenden Zeilen. Das freut uns wirklich sehr :)
Ja, das siehst du richtig mit der Autophagie. Es ist ein Aufräumprozess, der nie "fertig" ist, weil beim Stoffwechsel ständig Produkte anfallen, die früher oder später entsorgt werden müssen. Auch Bakterien und Viren, die in den Körper eindringen, werden mitunter durch diesen Prozess unschädlich gemacht.
Man kann die Autophagie, wie du ja jetzt weißt, unterstützen, z.B. durch Sport, Fasten und Kalorienreduktion (auch schwarzer Kaffee und Spermidinzufuhr kurbeln die Autophagie an). Je nachdem, wie ein Mensch in Bezug auf diese Faktoren lebt, wird er kleinere oder größere Mülldepots in seinen Zellen haben. Somit ist es auch sehr individuell, wie lange es dauert, bis diese im Zuge einer Fastenkur weitestgehend abgebaut sind. Ich kenne dazu leider auch keine Studien.
Aber letztendlich muss man das auch gar nicht so genau wissen. Wenn man vielleicht zweimal im Jahr eine Heilfastenkur macht und unter der Zeit die oben genannten Autophagie-Unterstützer in den Alltag integriert, z.B. auch durch Intervallfasten, werden sich keine Unmengen an Zellmüll anhäufen können.

Ich hoffe, deine Fastenkur und auch die Aufbauzeit sind gut verlaufen und du fühlst dich fit 👟🏃‍♂️💪
Alles Gute weiterhin und liebe Grüße dir,
Sandra
 
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